Achtung - Warum mehr Geld sparen und weniger ausgeben zu wollen gefährlich ist

Achtung! - Warum mehr Geld sparen und weniger ausgeben zu wollen gefährlich ist

 

"Hä? Was soll denn diese Aussage?", magst du jetzt bei dieser Überschrift vielleicht gerade denken. "Mehr Geld zu sparen und weniger auszugeben ist doch einer der essentiellsten Bausteine, damit ich meine Finanzziele erreichen kann und vielleicht sogar die finanzielle Freiheit!" Meine Antwort an dich lautet: "Klar hast du recht, dass Geld zu sparen unabdingbar für deinen finanziellen Erfolg ist. Jedoch gibt es bei allem auch ein Maß an Zuviel. Sparen geht nämlich auch mit drei Gefahren einher. Welche das sind, erfährst du in diesem Artikel!

 

Wieso ich bewusst auf "mehr Geld sparen" verzichtet habe

 

Das Thema zu dem Artikel habe ich schon lange im Kopf – genau gesagt seit einem Jahr. Damals stand im Beruf eine ordentliche Gehaltserhöhung von ca. 1.000€ netto an und gleichzeitig eine Veränderung des Lebensmittelpunktes: weg aus dem (günstigen) Magdeburg, hin ins wunderschöne, (teure) Hamburg. So stellte sich mir die Frage, wie ich die zusätzlichen 1.000€ an Geldenergie nutzen sollte. Sollte ich meine hohe Sparquote von damals ca. 60% beibehalten und somit durch zusätzliche 600€ meinem Vermögenszuwachs und dem erreichen meiner finanziellen Ziele einen ordentlichen Push geben? Oder sollte ich meine Sparquote reduzieren, wodurch meine Sparsumme deutlich schwächer ansteigt, als sie könnte?

Ich habe mich bewusst für eine Obergrenze meiner Sparsumme und dadurch für eine deutlich geringere Sparquote entschieden. Dies zu erreichen, ist ein festes Ziel jeden Monat. Darunter zu bleiben ist ein "No-Go", zu sehr darüber zu liegen ebenfalls. Stattdessen stelle ich mir dann die Frage, wie ich diese zusätzliche überschüssige Finanzenergie nutzen kann, um meine Werte besser zu leben und jetzt ein noch erfüllteres Leben zu haben.

Ein Jahr später weiß ich, dass dies eine meiner besten Finanzentscheidungen meines Lebens war. Früher waren stets ein hoher Druck und eine gewisse Einschränkung da, mein gesetztes monatliches Sparziel zu erreichen. Heute ist alles ganz anders. Es fühlt sich ähnlich wie ein mächtiger Fluss an, der ohne große Kraftanstrengung einfach fließt, wächst und stärker wird.

 

Gefahr I: Du lebst für die Zukunft

 

Beim Thema "Geld sparen" geht es immer um den Konflikt aktuelle Bedürfnisbefriedigung vs. zukünftige Bedürfnisbefriedigung. Bei nahezu jeder Geldausgabe wütet in deinem Kopf ein Kampf darum, wer von beiden Parteien den Zuspruch für sich entscheidet. Du kannst es dir ähnlich vorstellen, wie zwei kleine Kobolde auf deinen Schultern, die sich abwechselnd die Argumente für oder gegen "Geld sparen" um die Ohren werfen.

  • Kobold "Sparen": "Gib dieses Geld dafür nicht schon wieder aus! Dieses ständige einmal in der Woche für 20€ Essen gehen. Weißt du wie viel weniger Vermögen du dadurch langfristig hast? Nach zehn Jahren wären das 15.040€ (752-Regel – eine Erklärung findest du in diesem Blogartikel vom Frugalisten)! Dies ist ein essentieller Baustein für deine zukünftige finanzielle Freiheit. Ist dir also dein wöchentliches Essengehen das wirklich wert?"
  • Kobold "Geld ausgeben": Ach, hör mir mit dieser ständigen Zahlenrechnerei auf. Du lebst nur einmal und zwar im Hier und Jetzt. Wer weiß schon, was in zehn Jahren ist. Vielleicht gibt es bis dahin gar kein Geld mehr. Das einzige, was du sicher weißt ist, dass dieser Burger und der Cocktail für 20€ echt saulecker sind und du eine gute Zeit mit deinen Leuten haben wirst. Also ab ins Restaurant und mach dir eine gute Zeit!"

So geht es dann noch einige Runden zwischen den beiden Kobolden hin und her, bis dann einer von beiden gewinnt und du eine Geldentscheidung triffst (hoffentlich mit guten und reinem Gewissen). Je höher du die zukünftige Bedürfnisbefriedigung bewertest, desto mehr sparst du. Doch sparst du vielleicht nicht doch zu viel, sodass der Kobold "Geld ausgeben" recht hat? Eine Sache, die Sterbende mit am meisten vor ihrem Tod bereuen ist, "ich wünschte, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein". Glücklich sein, kannst du immer nur im jetzigen Moment. Daher gilt es immer auch den Kobold "Geld ausgeben" ausreichend durch sinnvolles Geldausgeben zu würdigen. Womöglich durch einen bewussten Verzicht auf "mehr Geld sparen"?

 

Die Gefahr II: Immer mehr Geld sparen macht Druck

 

Welchen Konflikt es beim Sparen in deinem Kopf gibt, kennst du nun mittlerweile. Zukünftige Bedürfnisbefriedigung ist jedoch noch ein etwas abstrakter Begriff. Ein greifbarer Ausdruck sind Ziele. Wir sparen nämlich auf bestimmte Ziele hin, von dessen Erreichen wir eine größere bzw. erfüllendere Zufriedenheit erhoffen – ganz nach den Mottos: "Wenn ich erstmal finanziell frei bin, dann …", oder "Wenn ich erstmal Millionär bin, dann …". So ein gesetztes Ziel geht jedoch immer auch mit einem Druck einher, dieses zu erreichen. Druck und Ziele zu haben sind einerseits sehr wichtig, weil man ansonsten nur träge und lethargisch in seinen Tag hineinleben würde. Daher bin ich sogar ein großer Freund von Zielen und auch Druck. Denn ohne Druck wäre ich nicht da im Leben, wo ich jetzt stehe und du wahrscheinlich auch nicht. Der Spruch "Nur unter Druck entstehen Diamanten." trifft da ganz gut.

 

Doch was passiert, wenn der Druck zu groß wird? Es kommt zum Knall. Wie dieser Knall aussehen kann, kann man in unserer Leistungsgesellschaft wunderbar an den nach oben schießenden Raten von Burn-out bzw. Depressionen erkennen. Klar gibt es noch andere Gründe, wie eine gefühlte Sinnlosigkeit, für diese Erkrankungsbilder. Dennoch ist Druck einer der zentralen Punkte dabei. Wenn man dann noch solche gängigen Motivationsaussagen, wie "Mache dein Ziel zehnmal größer." oder "Wer nach den Sternen zielt, wird zumindest auf dem Mond landen." annimmt und zum festen Lebensziel auserkort, der lässt einen völlig unnötigen Druck in seinem Leben zu, der einen im schlimmsten Fall sogar krank machen kann.

Ich selbst bin auch in diese Falle beim Thema Zielsetzung hineingetappt. Mein Ziel, was ich mit diesem Projekt Finanzdurchblick erreichen wollte, habe ich mir hochgesteckt und so, wie es von vielen Motivationstrainern empfohlen wird, täglich aufgeschrieben. Dadurch ist in bei der Umsetzung des Projekts ein Gefühl des Müssens und der Unzufriedenheit entstanden. Dabei wäre das Erreichen des Ziels nur auf Kosten anderer wichtigerer Sachen in meinem Leben möglich gewesen.

 

Das gleiche gilt beim Thema "Sparen". Immer mehr Geld sparen zu wollen, um finanzielle Freiheit nicht nur zu erreichen, sondern bereits im Alter von 40, oder 30, oder sogar schon mit Anfang 20 zu verwirklichen, erzeugt einen riesigen Druck. Indem man seine Ziele etwas entspannter verfolgt und den Druck dadurch etwas herausnimmt, kann einen unglaublich entlasten. Spielt es im Endeffekt wirklich die entscheidende Rolle für dein Leben, ob du deine finanziellen Ziele fünf Jahre eher erreichst oder fünf Jahre später?

 

Gefahr III: Sparen ist eine gewisse Form von Mangeldenken

 
Ein weiterer Aspekt, der beim Thema Sparen und auch den damit verbundenen Zielen einhergeht, ist ein gewisses Mangeldenken. Denn die falsche Vorstellung, wie "Wenn ich erstmal finanziell frei bin, dann...", oder "Wenn ich erstmal Millionär bin, dann …", implizieren immer, dass man dieses und jenes im jetzigen Leben nicht hat. Da der Dann-Satz für einen häufig so lautet: "dann bin ich glücklich oder dann bin ich endlich unabhängig und kann dies machen, was ich möchte", sagt man gleichzeitig unbewusst zu sich selbst: "Da ich es jetzt noch nicht habe, kann ich jetzt noch nicht richtig glücklich sein oder mich unabhängig und frei fühlen." Diese unbewussten Aussagen werden, wenn man sich zu sehr die Frage stellt, wo kann ich noch mehr Geld sparen, wunderbar genährt und gefüttert. Dies sorgt dafür, dass man sich nach und nach immer minderwertiger und schlechter fühlt.

 

Alles eine Frage, des richtigen Maßes und Umganges

 

Waren dir die ganzen zusammenhängenden Aspekte, die mit dem Thema "mehr Geld sparen und weniger ausgeben" einhergehen bewusst? Hast du dich vielleicht in einigen Fällen wiederentdeckt (zu großes Mangeldenken, ein zu großer Druck oder ein zu großes "in der Zukunft leben“)? Falls ja und du auch etwas daran ändern magst – aus eigener Erfahrung kann ich dir das nur empfehlen – können wir dir gerne in Form eines kostenlosen Coaching-Telefonats dabei helfen! Dieses Angebot können wir für maximal zwei bis drei Personen pro Woche anbieten.
Für den unwahrscheinlichen Fall, dass dir das Gespräch keinen Mehrwert geben wird, bekommst du von uns als Entschädigung für deine Zeit unser Buch mit den besten Tipps für ein erfüllendes und erfolgreiches (Finanz)Leben im Wert von 19,99€ geschenkt. Der Preis des Buches ist das eine, das Wissen von hunderten Stunden das andere!
Daher fülle bei Interesse an diesem kostenlosen Coaching-Format jetzt dieses Kontaktformular mit dem Betreff "Fallen des Sparens" aus.

 

Hallo, ich bin Kilian! :-) Herzlich Willkommen bei  "Finanzdurchblick - Finanzcoaching für junge Leute."

mehr sparen weniger ausgeben

Ich helfe dir dabei, selbstständig und souverän deine Finanzen nach deinen Werten zu meistern.

Aus dem Alltag, direkt umsetzbar, persönlich und bei konkreten Finanzfragen immer für dich erreichbar!


mehr sparen


sparen

geld sparen

Beliebteste ARtikel:


wie mehr Geld sparen

mehr geld sparen


Kommentar schreiben

Kommentare: 2
  • #1

    J.E. (Mittwoch, 23 Januar 2019 21:21)

    Toller Artikel, beschreibt sehr schön meine derzeitige Situation. Ich beobachte wie mein Vermögen bedingt durch den Jobeinstieg stark anwächst, gleichzeitig muss ich mir aber offen eingestehen, dass sich mein persönliches Glücksempfinden nicht bzw. nur gering verbessert hat.
    Ich muss mir offen eingestehen, dass ich im Moment für die Zukunft lebe.

    Allerdings sehe ich keine sinnvolle Möglichkeiten, wie ich mehr Geld für das Leben im "jetzt" ausgeben könnte bzw. in langfristiges Lebensglück investieren könnte.
    Für Anreize bin ich hier sehr dankbar.

  • #2

    Kilian von Finanzdurchblick (Donnerstag, 24 Januar 2019 06:47)

    Moin @J.E.
    schön zu hören, dass dir der Artikel geholfen hat und für diese wichtige Thematik sensibilisiert hat. Die Erkenntnis, dass die aktuelle Situation nicht zufriedenstellend ist, ist der erste notwendige Schritt.
    Du fragst nach sinnvollen Möglichkeiten in dein Lebensglück zu investieren. Der einfachste und beste Weg ist, wenn wir einfach mal kostenlos und unverbindlich telefonieren, da es auf diese Frage keine einfach Spontanantwort gibt. Dazu einfach das hier ausfüllen: https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSd5S-pVscWUscErahtc-RlnLs015Gq0qdD3lqWYe7Ms0sjNww/viewform

    Paar generelle Hinweise kann ich dir trotzdem schon einmal geben:
    1. Mache dir bewusst, was früher zu deinem Lebensglück beigetragen hat?
    2. Schau dir deinen aktuellen Tag an und probiere die Sachen zu eliminieren, die dich aktuell davon abhalten
    3. Dann nutze diese Zeit, um dann wieder vermehrt die Sachen zu machen, die dich früher begeistert haben.

    Soviel zur Theorie - die Praxis ist leider oft nicht ganz sooo einfach, da es neben den Antwortenfinden, vor allem um die Umsetzung geht.
    Würde mich freuen, wenn wir uns sprechen würden, damit ich dir noch besser helfen kann!