Gute Bonität aufbauen: nicht nur für Immobilienfinanzierungen wichtig

Der Kreditmarkt lockt mit starken Angeboten, gleichzeitig möchten immer mehr Menschen im Eigentum wohnen. Die Immobilienfinanzierung ist vor diesem Hintergrund recht naheliegend. Voraussetzung dafür ist jedoch eine gute Bonität – und diese liegt ebenfalls in den eigenen Händen.

Wie sieht der Kreditmarkt heute aus?

Die niedrigen Zinsen gehören schon fast zum Allgemeinwissen: Selbst Finanzlaien wissen um das günstige Geld, das Kredite so attraktiv und Sparanlagen so unattraktiv macht. Als Folge ist die Bereitschaft zu Krediten stark gestiegen. Aber: Abgeschlossene Verträge werden an Auskunfteien wie die SCHUFA weitergegeben und dort vermerkt. Alleine das sorgt bei vielen Verbrauchern für Magenschmerzen, da der Begriff SCHUFA negativ besetzt ist. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Der offizielle Report von 2014 belegt das: 97 Prozent aller deutschen Kreditnehmer verhielten sich vorbildlich bei der Rückzahlung. Die Einträge bei der Auskunftei sind in diesem Fall kein Problem; dazu werden sie erst, wenn sie negativ konnotiert werden. Und das geschieht nur, wenn Tilgungszahlungen über längere Zeit ausbleiben.

Außerdem zeigte die Statistik, dass insgesamt weniger Kredite aufgenommen werden, diese jedoch mit höheren Beträgen. Auch das ist unter anderem den günstigen Krediten geschuldet, denn die Niedrigzinsen führen zu geringeren Rückzahlungsbeträgen. Je höher der Kredit, desto mehr fällt dieser Faktor ins Gewicht. Gerade bei Immobilienfinanzierungen – also die normalerweise teuersten Anschaffungen im Leben – ist der aktuelle Zinsmarkt folglich eine große Erleichterung.

Dennoch sind Kredite nicht einfacher erhältlich als früher. Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass günstige Kredite gleichbedeutend mit weicheren Vergabekriterien sind. Ganz im Gegenteil, achten Banken immer noch stark auf die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden. Doch darüber sind sich die meisten Verbraucher selbst kaum bewusst – die Bonität scheint im Hintergrund zu schweben, ohne dass man direkten Zugriff darauf hätte. In Wahrheit handelt es sich dabei jedoch um eine ziemlich transparente Kennzahl. Diese ist sogar kostenlos erhältlich: Wer bei Plattformen wie Scorekompass die Bonitätsprüfung online durchführt, erhält seinen Scoring-Wert in einer einfachen Zahl zwischen 100 und 600 zusammengefasst. In diesem Wert sind das Zahlungsverhalten in der Vergangenheit sowie die Prognose für die Zukunft gewissermaßen komprimiert. Vor dem Gespräch mit der Bank ist es also ratsam, seine Lage selbst zu kennen und Überraschungen damit vorzubeugen.

Bonität pflegen leicht gemacht

Das gilt vor allem bei Immobilienkrediten. Logischerweise spielt die Bonität bei Beträgen im sechs- oder sogar siebenstelligen Bereich eine größere Rolle als bei kleineren Konsumentenkrediten, etwa für einen neuen Fernseher oder den nächsten Sommerurlaub. Wer den Traum vom eigenen Haus verfolgt, der kann deswegen nicht früh genug anfangen, die Bonität zu pflegen.

  • Am Anfang steht (wie oben beschrieben) die Bestandsaufnahme: Wo stehe ich in Sachen Kreditwürdigkeit? Der Score gibt Aufschluss und entscheidet über das weitere Vorgehen.
  • Bei einem guten Score müssen Verbraucher lediglich darauf achten, dass es dabei bleibt. Bedeutet: Alle Rechnungen pünktlich zahlen und es nicht einmal zu Mahnungen kommen lassen. Auf diese Weise sind negative Einträge ausgeschlossen.
  • Bei schlechten Scores gilt es zunächst, die Gründe dafür zu eliminieren. Alle Außenstände sollten schnellstmöglich beglichen werden und falls es bereits zu einem Negativeintrag gekommen ist, kann dieser nach Tilgung der Schuld gelöscht werden. Es bleibt allerdings noch einige Zeit (bis drei Jahre nach dem Eintragsdatum) ein Vermerk bestehen – dieser ist zwar weit weniger schlimm als der Negativeintrag selbst, ist aber ebenfalls ein unliebsamer Begleiter.

Aus diesem Grund ist es gerade für Verbraucher mit negativen Einträgen umso wichtiger, sich frühzeitig um diese Angelegenheit zu kümmern. Wer mit absolut sauberen Finanzen ins Kreditgespräch gehen möchte, der sollte diese Vorlaufzeit einplanen, denn nur dann findet die Bank keinen Grund, den Antrag abzulehnen. Ein angemessenes Einkommen ist natürlich ebenfalls Voraussetzung; im Idealfall handelt es sich um eine langjährige Festanstellung in einer starken Branche. Beamte, also Arbeiter im Öffentlichen Dienst, sind das beste Beispiel für maximale Sicherheit und daher bei den Banken immer gerne gesehen.

Dann: die Niedrigzinsen warten

Eine positive Bonität vorausgesetzt, wartet der Kreditmarkt mit angenehmen Konditionen auf neue Teilnehmer. Die Entwicklung der letzten fünf bis zehn Jahre ist von historischem Ausmaß und das fällt vor allem im Vergleich auf. Immobilienfinanzierungen für zwei bis drei Prozent sind heute eher die Regel als die Ausnahme; im Jahr 2005 durfte man dagegen noch mit vier bis sechs Prozent rechnen.

Über die Höhe des Kreditbetrages sowie die Laufzeit, die bei Immo-Finanzierungen meistens im Bereich von 15 bis 40 Jahren liegt, ergeben sich daraus große Differenzen. Dem Zinseszins sei Dank. Die tatsächliche Ersparnis kann vier- oder fünfstellige Beträge annehmen; der Trend zum Wohneigentum erklärt sich dadurch fast von selbst. Nimmt man noch das Bekenntnis der EZB hinzu, nämlich dass sich an der Zinslage so bald nichts ändern wird, erscheinen Finanzierungsmodelle noch lukrativer. Moderne Fördermöglichkeiten, allen voran durch die KfW, tragen zur weiteren Beschleunigung bei.

Ob es sich dabei um eine Blase handelt oder nicht, wird von Experten bis heute diskutiert. Eine Beurteilung hängt vor allem von der Lage ab: Aufgrund der Wachstumsprognosen in florierenden Großstädten wie München oder Frankfurt kann dort kaum von einer Blase die Rede sein. In kleineren Städten kann das anders aussehen; der Zuzug nach Deutschland bedeutet jedoch eher, dass viele Regionen dauerhaft wachsen werden. Und da ab einem gewissen Bevölkerungsgrad auch eine vermehrte Flucht aus der Stadt zu beobachten ist, gilt das auch für Landkreise im Speckgürtel der Großstädte.

Immobilien sind damit nicht nur zur Eigennutzung, sondern auch aus rein ökonomischer Sicht ein gutes Investment. Kreditgeber sehen das genauso, vergessen dabei aber nicht, auf Sicherheiten zu achten. Mit einer guten Scoring-Pflege schafft man also die Basis, um an diesem Markt teilnehmen zu können; dass der erste Schritt bequem online und völlig kostenlos erfolgt, ist dabei kein schlechtes Omen.



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