Jürgen vom "ETF-Blog"

Kolumne: Über Geld spricht man doch!

Im zweiten Interview dieser Kolumne freue ich mich Jürgen, vom ETF-Blog begrüßen zu dürfen! Er erzählt von den wichtigsten Weisheiten und Büchern in Sachen Vermögensaufbau mit ETFs! Ich wünsch dir viel Spaß beim Lesen!


Hallo Jürgen! Super, dass du dich  entschlossen hast, bei meinem Interview mitzumachen! Magst du dich einmal ganz kurz dem Leser vorstellen?

 

Jürgen: Hallo Kilian, mein Name ist Dr. Jürgen Nawatzki, und ich bin Finanzblogger. Nach dem Studium der BWL war ich einige Jahre Finanzberater bei der MLP AG, bevor ich meine Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte. Jetzt verbinde ich mein Interesse an Finanzen und meine Leidenschaft fürs Schreiben und blogge über börsengehandelte Indexfonds (ETFs), in denen ich die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger sehe. 

 

 

Danke für den ersten Einblick. Nun hast du ja bereits schon erwähnt, dass du vor fast einem Jahr den ETF-Blog ins Leben gerufen hast. Wie kam es denn genau dazu?

 

Jürgen: Ich lebe seit einiger Zeit als freiberuflicher Autor und Buchautor und habe unter anderem für einige Finanzblogs geschrieben. Irgendwann dachte ich, dass ich so einen Blog auch sehr gut selber betreiben könnte und habe dann – nach einem Journalismus-Fernstudium – den ETF-Blog.com gegründet. 

Auf ETFs bin ich vor einiger Zeit gestoßen und war von Anfang an begeistert von diesem Konzept zur Geldanlage.

 

 

 

Und war es die richtige Entscheidung, einen Blog zu eröffnen? Wenn ja, was würdest du, wenn du nochmals von Vorne starten würdest, anders machen?

 

Jürgen: Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, denn von den 24

Berufen, die ich in meinem Leben bisher für mindestens eine Woche

ausgeübt habe, ist es bislang der schönste.

 

Was ich anders machen würde: Ich würde von Anfang an mehr Gastartikel schreiben und noch mehr Marketing machen, um den Blog scheller bekannt zu machen.

 

 

Danke für diese Antwort. Das hilft mir und meinem noch jungen Blog weiter!

Nun ist es auch so, dass du einen Dr.-Titel besitzt. Glaubst du, dass du durch diesen in Sachen Glaubwürdigkeit und Vertrauen einen Vorteil hast? Dieses sind ja für die Finanzbranche zwei entscheidende Eigenschaften!

 

JürgenIch glaube ja, ehrlich gesagt. Ein Doktortitel steht in Deutschland nach wie vor für Kompetenz und Serösität. Zumindest schadet er nicht :-)

 

 

 

Welche Stellenwert hat Geld für Dich persönlich im Leben? Denkst du, dass mehr Geld einen Menschen glücklicher macht?

 

Jürgen: Ich persönlich finde Geld nicht so wichtig. Geld ist nach Herzbergs Motivationstheorie eher ein sogenannter Hygienefaktor, der da sein muss, aber nicht nennenswert zum Glück beiträgt. Nach aktuellen Studien steigert zusätzliches Geld in Form von Gehaltserhöhungen zum Beispiel etwa bis zu einem Jahreseinkommen von 65.000 Euro das Wohlbefinden und ab dann trägt mehr Geld nicht mehr nennenswert zur Steigerung des Glücksempfindens bei.

 

Gute Beziehungen, Familie und Freunde und schöne Erlebnisse (Konzerte oder Restaurantbesuche zum Beispiel) tragen eher als Konsum zum persönlichen Glück und Wohlbefinden bei.

 

 

Ich finde es immer schön zu hören, dass bei den Finanzleuten Geld nicht oberste Priorität im Leben hat. Das mag ein Außenstehender so nicht immer denken. Ich rate meinen Lesern in meinem Tutorial, sich ein persönliches Finanzziel zu überlegen. Hast du eines?

 

JürgenMein persönliches Ziel ist es, irgendwann vom Bloggen leben zu können, da ich auf die Auftragsschreiberei immer weniger Lust habe. Mit 3.000 Euro an monatlichen Einnahmen wäre ich vollkommen glücklich.

 

 

Nun hast du mir bei unserem vorherigen Gespräch verraten, dass du gerade dabei bist, ein Finanzbuch zu verfassen. Kannst du uns schon einen kleinen Einblick geben? Wovon wird es handeln? Wie wird es heißen?

 

Also, der bisherige Arbeitstitel lautet: "Finanzcoaching – die finanzielle Basis deines Lebens". Es geht um konkrete Empfehlungen zu Geldanlagen, Immobilienfinanzierung und Versicherungen auf rund 200 Seiten. Der Nutzen besteht darin, dass die Generation Y – meine Zielgruppe – viel Zeit spart, da sie in diesem Buch das geballte Finanzwissen findet und nicht viele, viele Stunden im Netz recherchieren muss. Insgesamt richtet sich das Buch an junge Leute, die Bankern und Versicherungsberatern nicht unbedingt vertrauen und ihre Finanzen in die eigenen Hände nehmen wollen.

 

 

Dann wünsche ich dir viel Erfolg dabei! Wir beide möchten mit unseren Blogs für mehr Finanzbildung sorgen. Hast du eine Idee, wie mir dies am besten gelingen würde?

 

Jürgen: Mit regelmäßigen und gut geschriebenen Artikeln über die verschiedenen Aspekte des Geldes: Girokonten, Tagesgeld, Festgeld, Wertpapiere, Fonds und ETFs, Altersvorsorge (ganz wichtiges Thema) und Baufinanzierung. Diese Liste erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

 

Nun warst du auch in deinem früheren Leben Finanzberater. Wie kam es dazu, dass du damit aufgehört hast? Und was waren die wichtigsten Themen, die deine Kunden bewegten?

 

Jürgen: Als ich 1993 mit meiner Promotion fertig war, ging es steil bergab in

die Weltwirtschaftskrise und viele Unternehmen haben niemanden mehr eingestellt. Bei der MLP Finanzdienstleistungen AG ging es dagegen steil aufwärts – sie war fünfmal hintereinander beste deutsche Aktiengesellschaft –, und ich bekam eine Stelle als Finanzberater in Hamburg.

 

Die Themen interessierten mich, doch widerstrebte es mir, von den

Provisionen meiner Kunden zu leben. Ich habe mich eigentlich nur selten als wirklich unabhängiger Berater gefühlt. Heute wäre ich sicherlich eher Honorarberater. Außerdem war mir der Verkaufsdruck zu hoch. Deshalb habe ich nach einigen Jahren aufgehört und dann – mit Umwegen – das Schreiben für mich entdeckt.

 

Schon damals waren "Altersvorsorge" und "Berufsunfähigkeit" Themen, die meine Kunden besonders beschäftigten. 

 

 

Was würdest du einem noch finanziellen Laien als Ratschlag geben, wenn er sich neu in die spannende Thematik einarbeiten möchte?

 

Jürgen: Ich würde einem "Greehorn" in Bezug auf Geldanlage raten, sein Geld langfristig in Form von ETF-Sparplänen anzulegen und zuvor eine Liquiditätsreserve von zwei bis drei Nettogehältern als Tagesgeld jederzeit verfügbar anzulegen.

 

Ein Superbuch zu diesem Thema ist:

Gerd Kommer: Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen*.

 

In diesem Buch steht fast alles, was ein Privatanleger über Geldanlage (mit ETFs) wissen muss. Für mich sind ETFs einfach das Nonplusultra der Geldanalge.

 

 

Fällt dir gerade zum Abschluss irgendeine besondere Geschichte zum Thema Geld ein. Etwas Trauriges, Kurioses oder sogar etwas Witziges?

 

Jürgen: Das wären unter anderem die zahlreichen Börsenweisheiten, wie zum Beispiel:

 

1. Hin und her macht Taschen leer

2. Greife nie in ein fallendes Messer, oder

3. Lege nie alle Eier in einen Korb.

 

Die sind witzig formuliert, aber es steckt viel Wahrheit darin.

 

Ja  ich mag auch Börsenweisheiten. Sie haben häufig einen wahren Kern. Meine liebste ist "The trend is your friend". Und gibt es auch noch eine Geschichte von deinem ehemaligen Finanzberateralltag, die dir spontan wieder in den Kopf kommt?

 

Jürgen: Ich habe eher über den Kopf verkauft, was sehr anstregend ist, als über den Bauch. Einmal habe ich einen Kunden fünf Stunden lang beraten und ihm sogar eine Bewerbung geschrieben, mit der er bei McKinsey – natürlich nach einem Vorstellungsgespräch – ein Angebot erhielt, und der hat dann zum Dank nichts bei mir abgeschlossen. Das war leider keine Sternstunde in meinem Leben als Finanzberater!

 

 

Vielen Dank für's Interview!

Ich bin schon sehr gespannt auf dein Buch!

 

Wenn du, lieber Leser, mehr über ETFs erfahren möchtest, dann bekommst du alle nötigen Infos auf Jürgen´s ETF-Blog!